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Ein Haufen Lesestoff...

Hallo Ihr!

Da hat sich doch tatsächlich noch ein Text in meinem „Blog-Ordner“ auf dem PC versteckt, den ich noch gar nicht hochgeladen habe. Glück für euch, jetzt kritzel ich hier noch ein bisschen was dazu und dann gibt’s eben mehr Lesestoff…

Leider ist es etwas selten, dass hier bei mir Zeit, Muse und Strom zusammenkommen, doch heute ist es der Fall! Darum bekommt ihr nun mal wieder ein Update und ich versuche euch einen kleinen Einblick in die letzten Wochen und Tage zu gewähren. Meine Ankunft liegt nun schon 3 Monate zurück, was bedeutet, dass schon bald ein viertel meines Dienstes vorbei ist. Eigentlich fühlt es sich aber gar nicht so an. In den Zeiten, in denen ich viel zu tun habe, sehe ich an meinen „Tagebuch-Notizen“, wie schnell die Zeit vergeht, wenn ich mal vergesse, einige Tage einzutragen. Es ist unglaublich schwer, Geschehnisse zu rekonstruieren, die zwei oder mehr Tage zurückliegen. Als ich hier in Buyoga angekommen bin, habe ich diesen riesigen Block von 365 Tagen vor mir gesehen, was nach einer unendlich langen Zeit aussieht. Die Zeit rast aber an mir vorbei und das, obwohl manche Tage nicht gerade kurzweilig sind. Wenn ich gefragt werde, warum ich in Deutschland keinen „Break-Tea“ (Pausentee zwischen Frühstück und Mittagessen) nehme, oder nicht einmal eine kurze Siesta halte, weiß ich oftmals gar nicht, was ich antworten soll. Ja, warum denn eigentlich nicht? Wenn ich nach meiner Montags-Physikstunde in das Lehrerzimmer gehe und mir einen Tee hole, macht es mir manchmal sogar Spaß, mich für das nächste Programm zu verspäten. Mit meinem deutschen „Minutenzeitplan“ komme ich mittlerweile nicht mehr weit. Das erste Mal sag es in meinem Kopf etwa so aus: 10:00 Uhr Unterrichtsende, bis 10:02 Uhr noch kurz Fragen beantworten und Tschüss sagen, bis 10:10 Uhr Tee trinken, dann max. 10 Minuten plaudern. Dann bleiben 10 Minuten zum Heimlaufen, dann 15 Minuten auspacken, kurz hinsetzen und ausruhen. 10:45 Uhr Aufbruch zum Healthcare Center, damit ich 5 Minuten vor Absprache da bin und wir pünktlich mit dem Tabletten abpacken anfangen können. Naja, diesen Plan habe ich genau einmal so ausprobiert. Warum? Ganz einfach, weils nicht funktioniert. Den Unterricht bekomme ich sowieso nie rechtzeitig zu Ende, irgendwas fällt einem doch immer noch ein, was man noch kurz erwähnen sollte. Im Lehrerzimmer fängt man an zu reden, weil der Tee ohnehin erst bereitsteht, wenn du Pause schon halb um ist. Und nur mit Tee komme ich auch nicht davon, nach meinen zwei so überaus anstrengenden Physikstunden, wird darauf bestanden, dass ich mir noch etwas Kassawa zum Essen schnappe. Früher kann und will ich aber auch nicht mehr loslaufen, viel zu interessant ist es, sich mit den Lehrern zu unterhalten, und die Fragen unbeantwortet und die Gespräche unvollendet zulassen, wäre ohnehin respektlos. Wenn ich dann aufbreche, „verliere“ ich meistens auf dem Weg nochmal ein paar Minuten mit Begrüßungen und Smalltalk (Warum eigentlich „verliere“? Ich sollte doch viel mehr „gewinne“ sagen. Die meisten kleinen Geschichten und Infos über Land, Leute und Sprache bekomme ich hier meistens, wenn ich mal kurz meinen Weg pausiere und mich mit ein paar Leuten am Straßenrand unterhalte). Nach dem Abstecher in meinem Zimmer komme ich dann nach deutschem Verständnis mindestens 15 Minuten zu spät. Entgegen der Erwartungen werde ich aber dann von „Kollegin“ mit folgenden Worten begrüßt: „Oh Jonas, you are a good time keeper.“ Ja, ich bin halt ein sehr pünktlicher Kerl. Zusammenfassend kann man sagen, ich war nicht zu spät, eher zu früh. Der Raum mit den Medikamenten zum Abzählen war ohnehin noch nicht aufgeschlossen, weil die Ärztin mit dem Schlüssel noch irgendwo beschäftigt war. Das alles ist auch mit Grund dafür, dass man hier meisten nur nach halben Tagen rechnet, vormittags und nachmittags. Das man mehrere Dinge an einem Vormittag macht, ist ja ohnehin schon ungewöhnlich

Um nochmals auf das Thema Strom zurückzukommen, in Uganda gibt es nicht wie in Deutschland unzählige Wege Strom bereitzustellen. Wenn Zuhause mal ein Kraftwerk aussetzt, wird eben ein anderes weiter angefahren oder mehr Wasser durch die Turbinen gejagt. Hier in Uganda gibt es, soweit ich weiß nur ein großes Kraftwerk. Ein Flusswasserkraftwerk am Niel. Und da dieses Kraftwerk nicht zu den neuesten zählt und anscheinend auch nicht soo gut gewartet wird, kann es gut sein, dass es hin und wieder mal schlapp macht. Aber nur weil dieses Kraftwerk gerade läuft, heißt es noch lange nicht, dass wir hier in Buyoga Strom haben. Dazwischen liegen noch etliche Umspannwerke und Stromleitungen, die ab und zu eben mal den Geist aufgeben. Letztens erreichte uns die Nachricht, dass ein Holzmast einer Leitung, die in unsere Richtung führt einfach umgekippt ist, weil der Regen in ausgespült hat. Ein anderes Mal kam wohl das Geld für die Rechnung nicht rechtzeitig beim Betreiber an, und so hat der liebe „Umeme-Konzern“ einen Arbeiter auf einem Bodaboda verbeigeschickt. Als ich ihn gesehen habe, wie er einen Strommasten hochklettert, habe ich mich erst gefreut, weil ich dachte, er wird unsere Leitung überprüfen. Eine Minute später hat er allerdings angefangen, eines der Kabel abzumontieren, zusammenzurollen und mitzunehmen. So ist es halt, wer nicht hören will muss fühlen. Der Netzbetreiber findet hier seine Wege, an die Bezahlung zu kommen. Mittlerweile gehe ich nicht mehr ohne Taschenlampe oder Handy zum Abendessen. Dass der Strom während des Abendessens ausfällt und man plötzlich seine eigene Hand vor den Augen nicht mehr sieht, ist nicht gerade unwahrscheinlich. Darum ist es besser, vorbereitet zu sein. Und ein „Candle-Light Dinner“ ist ab und zu auch eine nette Abwechslung. Dennoch gibt es hier im Pfarrhaus für die Abendstunden notfalls einen Generator, wir haben ein Ass im Ärmel.

Nun aber genug zur Technik, ich finde ich habe noch nicht alles zum Thema „Essen“ hier in Uganda erwähnt. Dass das Grundnahrungsmittel schlechthin „Matooke“ ist, wisst ihr ja schon. Zum Glück ist das aber noch lange nicht alles. Grundnahrungsmittel No. 2 ist „Poscho“, was ehrlich gesagt nicht gerade nach viel schmeckt. Ich versuche euch kurz die Zubereitung zu beschreiben: Man nehmen einen Topf, fülle ihn mit Wasser und Maismehl. Fertig. Wenn man den Brei dann aufkocht und solange Wasser verdunsten lässt, bis es fest wird, schneidet man teigige Brocken heraus und serviert es. Typischerweise kommt hier der Geschmack fast von der Soße allein. Da gibt es eine Erdnusssoße (gestampfte Erdnüsse in Wasser mit etwas Paprika und Trockenfisch aufkochen), eine Art Bohneneintopf oder Fleisch (geröstet und dann geköchelt, sehr empfehlenswert!). Weitere Beilagen sind gedünsteter Kohl (schmeckt bei weitem besser als es klingt), geköchelte Bitterkräuter, Reis, Kartoffeln oder Süßkartoffeln und Kassawa (eine sehr stärkehaltige Wurzel, die weichgekocht wird). Weiter geht es natürlich mit Früchten, die man bei uns in Deutschland nicht einmal kennt. Zum Beispiel mein Favorit, die Yaka-Frucht. Sie wächst an einem Baum und sieht wie ein riesiges grünes Bienennest aus. Es ist nicht selten, dass eine davon länger als 50 cm wird. Ein Gewicht von 8-10 Kilo ist auch keine Seltenheit und diese Frucht ist das Letzte, was ich auf den Kopf bekommen will. Im inneren befindet sich dann eine schwammige Schicht, worin man nach den Kernen sucht, welche von gelbem, süßem Fruchtfleisch umgeben sind. Die Kerne sind ca. 4 cm groß. Ohne eine Machete hat man allerdings kaum eine Chance an die Leckerei zu kommen. Dann gibt es zahllose Mangos, Papayas, Ananas, Passionsfrüchte und so weiter. Manche Früchte kann ich nicht einmal ins Englische oder gar ins Deutsche übersetzen. Daher kann ich jetzt auch schlecht sagen, was genau die Kiwuwu-Banane ist, auf jedenfalls eine Banane die lecker ist. Diese wird mit Schale und in Bananenblättern eingewickelt weichgegart und dann gegessen. Nach „Banane“ schmeckt es eigentlich nicht wirklich, zwar etwas süßlich aber auch säuerlich. Dazu muss man natürlich auch sagen, dass einem die Aussage „es schmeckt nach Banane“ in Uganda nicht viel weiterhilft, weil es eben mehr als fünf grundlegend unterschiedliche Bananenarten gibt. Die gelbe, die wir aus Deutschland kennen, die kleine Gelbe, die wir nicht aus Deutschland kennen, die Banane mit abgerundeten Spitzen, die Banane die nur geröstet wird und nur ein bisschen süß schmeckt, dann ist da auch noch die Banane, die nicht gegessen sondern nur für Saft gepresst wird…   Und ich könnte so weiter machen, aber ihr seht was ich meine.

Und zum Schluss, der etwas „psychologisch“ geprägte Teil dieses Eintrages. Wenn ich ab und zu etwas in meinem „Tagebuch-Zettel-Wirrwarr“ lese, sieht die Stimmungskurve dazu aus wie eine Laola-Welle. Der Alltag hier ist geprägt von den verschiedensten Eindrücken und kein Tag gleicht dem anderen. An den meisten Tagen fühlt man sich pudelwohl, dann kommen aber auch mal wieder die „Flop-Tage“. Manchmal reicht schon ein kleines Geschehnis am Morgen und die Laune für den ganzen Tag ist im Eimer. Dass kann zum Beispiel eine Horde von Kindergartenkindern sein, die mir ab und zu auf dem Weg zur Schule „auflauert“. Besagte Kinder haben nämlich rausgefunden, dass der enorm interessante weiße Kerl, also ich, jeden Donnerstag um halb 2 den gleichen Weg zur Schule nimmt, wie die Kinder auf dem Heimweg. Das Resultat sieht so aus: 20 Kinder trotten/rennen mir hinterher, während ich manchmal etwas in Eile bin und zügiger laufe. Die Kinder joggen dann hinterher um mitzuhalten, kichern dabei unaufhörlich, und sticheln, indem sie zum 20ten mal fragen „How are you, how are you?“, und das einen Kilometer Weg. Förderlich für die Laune ist das natürlich nicht, und anschließend soll ich dann auch noch eine Doppelstunde Physik unterrichten. Manchmal ist der Donnerstag eben eine Nervenprobe, aber man gewöhnt sich daran. Ein anderes Beispiel liegt zum Beispiel nur wenige Augenblicke, vom Zeitpunkt des Verfassens dieses Teils, zurück. Ich sitze gemütlich mit einer Tasse Tee in meinem Büro, das man mir hier vermacht hat (Ja, ich habe ein Büro. Dieser Fakt hat in der ersten Woche eine regelrechte Gute-Laune Explosion hervorgerufen. „Wow, ich komme hier an und es wurde sogar ein Büro für mich hergerichtet!? Das hab ich ja nicht einmal in Deutschland!&ldquo. Also, ich sitze hier, schlürfe Tee und tippe ein bisschen auf meinem Laptop rum. Der Lichtverhältnisse wegen ist mein der Vorhang natürlich geöffnet. Und was sehe ich, als ich auf einmal spontan nach oben schaue? Sieben Augenpaare, die sich ans Fliegengitter quetschen und mich anstarren. Auf die Frage „How can I help you? Kommt keine Antwort. Als ich frage, ob sie vielleicht aufhören könnten, mich mit Blicken zu durchbohren, treten alle für fünf Sekunden zur Seite, dann sind aber wieder alle da wie zuvor. Ich versuche eben alles so gut es geht mit Nachsicht zu betrachten, denn für viele der Kinder bin ich der erste Hellhäutige, der nicht nur in einem Auto vorbeifährt, sondern auch für längere Zeit da ist. Das ist allerdings nicht immer einfach. Die beste Methode, damit umzugehen ist für mich, solange durchs Fenster zu winken, bis die Kinder sich genauso blöd vorkommen, wie ich selber. Dann sind beide auf einem Level der Verwirrung, und dann werden die Blicke meistens auch weniger

Dann ist da noch die Sache mit dem Friseur in Uganda. Beim letzten Besuch in Masaka war es mal wieder soweit. Die Mähne ist zu lang, dem Jonas ist zu warm. Also, Haare ab. Der Friseur hatte allerdings ein paar Probleme damit, zu verstehen, was ich sagen wollte. Der Plan war, alles auf 2-3 Zentimeter zu stutzen. Der Friseur hat allerdings mit dem 3-Inch Aufsatz und nicht mit dem 1-Inch, wie ich sagte, angefangen. Um ihn zu korrigieren, habe ich es dann mit einfachem Englisch versucht: „I want short hair. Short, short.“ Und genau das hat er dann auch gemacht, und zwar mit dem 0,25-Inch Aufsatz, oder etwa in die Richtung. Nun habe ich also an die 3mm an Haarpracht, aber eigentlich ist es ganz praktisch. Nach dem Duschen einmal mit dem Handtuch drüberwischen, trocken, und einen Staubfänger habe ich jetzt auch nicht mehr. Der nächste Friseurtermin kann jetzt auf jeden Fall eine Weile warten.

Zum Schluss noch ein kleines Update über meine Tätigkeit. Montags und donnerstags habe ich jeweils zwei Stunden Physikunterricht, dazu gehört dann auch Examen verfassen und korrigieren. Montags bin ich anschließend in unserem örtlichen Healthcare Center und packe Tabletten ab, was zur Vorbereitung für den folgenden Tag gehört. Dienstags kommt immer eine Gruppe von HIV-Kranken zum Healthcare Center. Erst nehmen sie an einer Schulung teil, dann wird gewogen und gemessen, Blut abgenommen. Anschließend erhalten die Patienten die Medizin, wir geben eine ganze Bandbreite an verschiedenen Virenblockern, Schmerzmitteln, Vitaminzusätzen und Prophylaxe-Medikamenten aus. So langsam werde ich auch eingelernt und kann die wichtigsten Dinge schon alleine. Bilder folgen und weitere Details folgen. Nebenher übernehme ich immer noch kleinere Aufgaben, wie Holz hacken und einlagern, etwas Gartenarbeit und was eben anfällt.

So, das ist jetzt doch mehr Text geworden als gedacht. Ich denke das reicht erstmal als Beschäftigung von euch. Jetzt muss ich nur noch schauen, dass ich es schaffe, die geplanten Bilder hochzuladen, das ist immer ein Glücksspiel.

 

Macht’s gut und viele Grüße nach Deutschland!

Euer Jonas Yiga

(Ja, ich habe vergessen zu erwähnen, dass ich einen lugandischen Zusatznamen erhalten habe. Im Healthcare Center bin ich jetzt mehr als Mr. Yiga bekannt, womit ich jetzt zum Antilopen-Clan gehöre, dazu aber mehr im nächsten Eintrag)

19.11.16 16:10


Kleines Update

Liebe Leserinnen und Leser,

in der Zwischenzeit ist wieder einiges passiert. Die Regenzeit hält nun Einkehr, jeden zweiten oder dritten Tag regnet es jetzt. Aber nicht nur ein bisschen, sondern alles was runter kann. Der Regen kündigt sich mit schwarzen Wolken und Sturmböen an. Dann peitschen die Tropfen über die Dächer und hinter dem Pfarrhaus, in dem ich wohne, laufen kleine Bäche herunter. An jedem Hang bilden sich dadurch mit der Zeit tiefe Furchen, welche vom Wasser in den Boden gegraben werden. Das ganze Wasser wird den ohnehin unebenen Straßen natürlich zusätzlich zum Verhängnis. Im Gegensatz zu uns Deutschen, werden diese gewaltigen Unwetter in Uganda allerdings mit Freudenschreien und ab und zu auch Getanze empfangen. Die Leute verbuddeln jetzt wie verrückt ihr Saatgut in den Erdlöchern, welche in den letzten Wochen ausgehoben und mit Dünger gefüllt wurden. Auch auf dem Land der Gemeinde wird fleißig gepflanzt, an einem Tag sogar mit Unterstützung von 30 Häftlingen aus einem nahen Gefängnis, welche gemeinnützige Arbeit verrichteten. Innerhalb von zwei Stunden war das hektargroße Feld von Hand bearbeitet. Jeder Arbeiter grub Löcher einer Reihe entlang bis zum Ende des Feldes. Nach drei Runden war alles fertig und die Löcher wurden mit Dung und einigen Maiskörnern bestückt. Jetzt hieß es nur noch auf Regen warten, welcher zwei Tage später eintraf.

In der vergangenen Zeit war ich wieder mit Aufgaben in der Gemeinde beschäftigt. Ein größeres Projekt war das Errichten eines Hühnerstalls für 500 Tiere zusammen mit 2-3 anderen Arbeitern, je nachdem, wer gerade da war. Da es durch die annähernd gleichbleibenden Temperaturen keine festen Erntezeiten gibt, wird rund ums Jahr mal wieder etwas reif und anderes wächst vor sich hin. Mit der Regenzeit verstärkt sich das Wachstum natürlich. Letzte Woche war zumindest so viel Kaffee reif, dass sich die Ernte lohnte. Unterstützt wurden wir von einer Menge Kindern, welche in den Ferien immer zu Religionsstunden für Erstkommunion und Firmung kommen. Nach den Themeneinheiten gibt es Spiele und Lieder. Wenn die Kinder wollen, dürfen sie aber auch helfen etwas Brennholz zusammenzutragen oder die Kaffeebohnen von den Ästen zu streifen. Die Bohnen werden dann mit ihrer Schale auf einem Steinboden in der ausgebreitet und nach 1-2 Wochen Trocknung dann an Lager verkauft, wo sie geschält und geröstet werden. Wenn ich gerade nichts zu tun habe, springe ich hier und da mal ein. So kommt man dann zum Bananen-Ernten mit der Machete, Kühe einpferchen etwas Körperpflege mit einer Unkrautspritze um mit dem Krabbelgetier in den Haaren fertigzuwerden, Ziegen bei Grasflächen anbinden oder eine verwucherte Kaffeeplantage zu entwuchern.

Der Hügel, auf dem sich Kirche, Pfarrhaus und die Schulen befinden, ist nur wenige Minuten vom Buyoga Trading Center (wenn in einem Dorf kleine Läden und Marktstände eine Einkaufsstraße bilden, wird einfach „Trading Center“ an den Namen angehängt) entfernt. Wenn ich durch die Straßen laufe, empfange ich noch sehr oft erstaunte Blicke und Lachen, wenn ich einen Ansässigen auf Luganda grüße. Manchmal ist mein Gegenüber dann so erstaunt, dass er die gängige Antwort ganz vergisst und irgendetwas auf Luganda kichert. Hört sich dann oft so an: „Eh, Muzungu (Wörter-die-ich-nicht-verstehe) Luganda (keine-Ahnung) *lachen*. Bedeutet wohl so viel wie: „Oh, warum und woher kennt der weiße Kerl unsere Sprache??“ Es macht eben immer wieder Spaß einen Ugander total aus dem Konzept zu bringen :D

In der nächsten Zeit werde ich mit den Leuten im Pfarrhaus weiter planen, wo ich mich in einem größer angelegten Programm einbringen kann. Ich werde demnächst zwei Schulen besuchen, um zu sehen, ob ich einige Stunden Unterricht übernehmen kann. Nebenbei werde ich weiter an verschiedenen kleineren Stellen in der Gemeinde mithelfen, wo es eben etwas zu tun gibt.

Demnächst folgen mal einige Bilder auf einmal, da das hochladen etwas kompliziert ist.

Bis bald!

Jonas

23.9.16 21:04


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