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Die Sache mit der Zeit

Liebe Leserinnen und Leser,

nun sind schon mehr als zwei Wochen verstrichen und ich lebe mich langsam aber sicher ein. Viele Dinge sind noch ungewohnt, zum Beispiel das morgens pünktlich um 5.45 Uhr einer der Hähne des Gemeindehauses kräht, 15 Minuten später dann der zweite und um 6.30 Uhr schließlich jeden Morgen die gleiche Vogelschar im Tiefflug über das Pfarrhaus zieht und dabei laut schreit. Nein, einen Wecker braucht man in Uganda wirklich nicht, denn das Leben richtet sich nach der Natur und der Sonne. Viele Leute fangen früh morgens an zu arbeiten, wenn es noch kühl ist. Um der Mittagshitze zu entgehen, welche jetzt in der Trockenzeit doch ganz ordentlich ist, fällt die Mittagspause etwas länger aus, um sich nach dem Essen noch etwas zu erholen. Dafür wird in den Abendstunden wieder mehr gearbeitet. Um spätestens 19 Uhr ist aber Feierabend, ohne Licht geht nichts. Die Sonne lässt einem gerade einmal 20 Minuten Zeit, bis es von taghell zu stockdunkel wechselt. Die Uhr spielt hier auch längst keine so große Rolle, wie in Deutschland. Man steht auf, wenn man aufwacht (in der Regel sehr früh, wie gesagt), man frühstückt nach dem Aufstehen und arbeitet nach dem Frühstück. Ich für meinen Teil muss mich allerdings noch daran gewöhnen, dass sich dadurch eine ausgemachte Zeit für ein Treffen sehr leicht verzögern kann. Außerdem nimmt das Begrüßen in Uganda auch mehr Zeit in Anspruch, als in Deutschland. Während wir in unserer werktäglichen Hektik ohne einen Wortwechsel an Leuten auf unserem Weg zum Zielort vorbeischleichen, wird eine Person in Uganda normalerweise immer, oft auch mit lang andauerndem Handschlag, begrüßt. Luganda ist eine weiche, warme und langsame Sprache, und so dauert es eben seine Zeit, wenn man gefühlten zehn Leuten auf dem kurzen Weg vom Haus zum Feld oder zur Werkstatt einen guten Morgen wünschen möchte. Das könnte zum Beispiel folgendermaßen aussehen:

Wasuse otya, nyabo! (Wie war dein Morgen, die Dame?)

Bulungi, ssebo (Gut), nawe wasuse otya, ssebo! (Und wie war dein Morgen, der Herr?)

Nawe bulung, nyabo. (Auch Gut)

                Gyebale! (Gut gemacht!)

Nawe gyebale! (Auch gut gemacht!)

Siwa bulungi, ssebo! (Eine gute Zeit, der Herr!)

Nawe siwa bulungi, nyabo! (Auch eine gute Zeit, die Dame!)

Je nach Situation und Bekanntheitsgrad kann man diese Art des Austausches auch noch ewig weiter ziehen. Wenn man diese Art der Begrüßung auch nur einmal miterlebt hat, versteht man, warum man in Uganda für jeden Fußweg dreimal solange braucht, wie in Deutschland.

Die meisten Leute in Uganda, vor allem in den ländlichen Gebieten, sind Selbstversorger. Hinter jedem Haus oder in unmittelbarer Nähe stehen Bananenstauden für Matooke, wachsen Kasawa-Pflanzen (Wurzelgemüse) oder Süßkartoffeln. Diese Pflanzen dienen in erster Linie als Nahrungsversorgung der Familie und wachsen annähernd ganzjährig. Die zweithäufigste Pflanze, der ich hier begegnet bin, ist Kaffee. Dieser wird hier allerdings nur in geringen Mengen konsumiert und dient vielmehr zum Verkauf und Export, womit sich die Menschen ein wenig dazuverdienen können. Zu diesem Zeitpunkt sollte die Regenzeit eigentlich schon begonnen haben, doch alle paar Jahre verspätet sich diese anscheinend. Viele Pflanzen hätten den Regen aber bitter nötig, die Kaffeepflanzen lassen teilweise schon die unreifen Bohnen fallen und einige Maisfelder sind vor dem reifen komplett ausgetrocknet. Für die ärmere Bevölkerung ist das keine einfache Zeit, weil die Kinder trotzdem essen müssen und das Schulgeld deshalb auch nicht weniger wird. Aus diesem Grunde wird sonniges Wetter hier oft auch „schlechtes Wetter“ genannt, zu heiß für die Pflanzen und für die Menschen. Während der Regen also sehnlichst erwartet wird, bereiten die Menschen ihre Gärten und Felder für die Bepflanzung vor, damit sie starten können, sobald der Regen kommt. Vor einigen Tagen gab es einen Starkregen, welcher einige Leute dazu veranlasst hat, die Aussaat zu beginnen. Doch nun fällt schon seit einigen Tagen kein Tropfen mehr und die bestellten Felder laufen nun in Gefahr wieder auszutrocknen. So wie die Landwirtschaft hängt hier eben vieles vom Wetter ab.

 

 Meine Bleibe für die nächsten 12 Monate

 

Abends gehe ich oft zum Fußballplatz neben der Schule und mache beim Fußballtraining mit. Ein Lehrer der Schule übt dort jeden Abend mit einigen Jungs aus der Primary School. Neben einigen kleinen Arbeiten besteht meine Aufgabe momentan noch darin, die wichtigen Leute der Gemeinde kennenzulernen, mit den Menschen hier einfach zu reden, um Wissenswertes aufzugreifen und, ganz wichtig, Luganda lernen. Doch für heute ist mal wieder Schluss und ich schau wie es meinem Bett geht. Morgen geht es nämlich wieder um kurz vor 6 mit meinen so sehr geliebten „Wecker-Tieren“ los.

Sola bulungi! (Gute Nacht!)

Jonas

31.8.16 18:11
 
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